Die Kirche
Kirchen im ländlichen Raum – Band 1
Matthias Friske
Die mittelalterlichen Kirchen auf dem Barnim
Geschichte – Architektur – Ausstattung
Lukas Verlag
Krummensee
Quellenverzeichnis
(1) Vgl. Riedel, A X, S. 207.
(2) Vgl. Landbuch, S. 69,277,287.
(3) Vgl. Riedel, A XII S. 50. Ein gewölbter Keller der wahrscheinlich zu ihrem festen Haus gehörte, war noch bis in das 18. Jahrhundert an der Stelle des Burghofes erhalten, vgl. Pick, S. 458.
(4) Vgl. Riedel, A VIII, S. 420.
(5) Vgl. Herold, Visitation Barnim, Bl. 263.
(6) Grundriss von 1856 KD, S. 135.
(7) Vgl. KD, S. 135.
(8) Abb. In KD, S. 319.
(9) Sie stammten vermutlich aus dem 14./15. Jh. vgl. KD, S. 135.
(10) Abb. Eines Reliefs in KD, S. 319.
(11) Vgl. Herold, Visitation Barnim, Bl. 263.
(12) Vgl. Riedel, A XII, S. 60ff.
Kreisarchiv Barnim
Matthias Friske
Die mittelalterlichen Kirchen auf dem Barnim
Geschichte – Architektur – Ausstattung
Lukas Verlag
Krummensee
Lage
Die Kirche befindet sich an der Ostseite des deformierten Anger- oder Straßenangerdorfes. Sie wird umgeben von einem kleinen Friedhof, der von einer stark ausgebesserten Feldsteinmauer eingefasst wird. In unmittelbarer Nähe liegt ein kleiner See.
Die Kirche befindet sich an der Ostseite des deformierten Anger- oder Straßenangerdorfes. Sie wird umgeben von einem kleinen Friedhof, der von einer stark ausgebesserten Feldsteinmauer eingefasst wird. In unmittelbarer Nähe liegt ein kleiner See.
Geschichte
Crummensee wurde bereits 1241 und 1247 im Zusammenhang mit Landerwerb durch die Spandauer Benediktinerinnen erwähnt. 1251 verkauften die Markgrafen Johann und Otto das Dorf an das Kloster Lehnin (1). 1375 zählte das Dorf 40 Hufen Land, davon entfielen auf den Pfarrer vier Hufen (2). 1416 wurden die von Krummensee mit dem Dorf belehnt (3). 1459 wurde Krummensee in der Bistumsmatrikel als zur Propstei Strausberg zugehörig erwähnt (4). Das Kirchenpatronat lag 1542 bei Otto und Albrecht von Krummensee als den Dorfeigentümern. Die Pfarrstelle wurde von Altlandberg aus verwaltet (5).
Crummensee wurde bereits 1241 und 1247 im Zusammenhang mit Landerwerb durch die Spandauer Benediktinerinnen erwähnt. 1251 verkauften die Markgrafen Johann und Otto das Dorf an das Kloster Lehnin (1). 1375 zählte das Dorf 40 Hufen Land, davon entfielen auf den Pfarrer vier Hufen (2). 1416 wurden die von Krummensee mit dem Dorf belehnt (3). 1459 wurde Krummensee in der Bistumsmatrikel als zur Propstei Strausberg zugehörig erwähnt (4). Das Kirchenpatronat lag 1542 bei Otto und Albrecht von Krummensee als den Dorfeigentümern. Die Pfarrstelle wurde von Altlandberg aus verwaltet (5).
Äußeres
Länge Turm: 6 m; Höhe Turm: 22,2 m; Breite Saal und Turm: 8 m (vor dem Umbau), Länge Saal: 13m (6).
Das Bild der Kirche wird heute wesentlich geprägt von dem Einbau eines Ziegelquerschiffs, der 1866 erfolgte (7). An mittelalterlicher Bausubstanz sind noch der annähernd quadratische Turm aus unregelmäßigen Feldsteinen, durchsetzt mit Ziegeln und Eckquadern aus Kalkstein, und der Ostabschluss aus regelmäßigen Feldsteinquadern vorhanden. Der Turm besitzt ein quergestelltes Satteldach mit spitzbogigen Ziegelblenden an der Nord- und Südseite. Der Grundriss vor dem Umbau zeigt einen langgestreckten Saal, an den der Turm in gleicher Breite anschloss.
Im Osten befand sich eine Drei – Fenster – Gruppe, die heute noch zu erkennen ist. An der Südseite lag ein (neuzeitlicher?) Vorbau, durch den ein Eingang führte. Links und rechts dieses Anbaus waren zwei (barocke?) Fenster. An der Nordseite befanden sich ebenfalls zwei Fenster. Das Kalksteinportal im Westen ist noch mittelalterlich. Innerhalb des Spitzbogens ist es zwischen zwei Rundstäben ausgeschält. Es fällt auf, dass das Portal zwei Stufen abwärts führt, während der Zugang vom Turmraum zum Saal ebenerdig verläuft. Die korbbogigen Schallfenster haben Backsteingewände.
Länge Turm: 6 m; Höhe Turm: 22,2 m; Breite Saal und Turm: 8 m (vor dem Umbau), Länge Saal: 13m (6).
Das Bild der Kirche wird heute wesentlich geprägt von dem Einbau eines Ziegelquerschiffs, der 1866 erfolgte (7). An mittelalterlicher Bausubstanz sind noch der annähernd quadratische Turm aus unregelmäßigen Feldsteinen, durchsetzt mit Ziegeln und Eckquadern aus Kalkstein, und der Ostabschluss aus regelmäßigen Feldsteinquadern vorhanden. Der Turm besitzt ein quergestelltes Satteldach mit spitzbogigen Ziegelblenden an der Nord- und Südseite. Der Grundriss vor dem Umbau zeigt einen langgestreckten Saal, an den der Turm in gleicher Breite anschloss.
Im Osten befand sich eine Drei – Fenster – Gruppe, die heute noch zu erkennen ist. An der Südseite lag ein (neuzeitlicher?) Vorbau, durch den ein Eingang führte. Links und rechts dieses Anbaus waren zwei (barocke?) Fenster. An der Nordseite befanden sich ebenfalls zwei Fenster. Das Kalksteinportal im Westen ist noch mittelalterlich. Innerhalb des Spitzbogens ist es zwischen zwei Rundstäben ausgeschält. Es fällt auf, dass das Portal zwei Stufen abwärts führt, während der Zugang vom Turmraum zum Saal ebenerdig verläuft. Die korbbogigen Schallfenster haben Backsteingewände.
Innenraum
Durch den Umbau ist der ursprüngliche Innenraum heute nur noch rudimentär erhalten. Als bedeutendstes mittelalterliches Ausstattungsstück kann der Taufstein gelten. Er ist 98 cm hoch, aus Kalkstein, und setzt sich zusammen aus einem quadratischem Sockel und einer siebenseitigen Kuppa (58 sm Durchmesser) (8). Hergestellt wurde er wohl im 15. Jahrhundert. In der Chorwand sitzt eine flachbogige Sakramentsnische. Auf dem Turm befand sich bis zum Jahre 1942 ein Geläut aus drei mittelalterlichen Glocken. In diesem Jahr mussten die beiden kleineren Glocken (70 cm und 74 cm) zu Kriegszwecken abgeliefert werden (9). Auf dem Turm hängt noch eine Glocke von 91 cm Durchmesser. Am Hals trät sie die Umschrift >>gloria in exelsis deo, ghegrutet sycs dv maria uns aller g…<< (Rest unleserlich) zwischen den Worten sind Lilien und Flechtknoten. Am Mantel befinden sich Medaillons mit Reliefs der Kreuzigung, eine Scheibe mit unleserlicher Majuskelinschrift und die Worte >>hylf got x.f.p.f. ut poncu (?) kune krummense<< (10).
1542 wurde nur ein Kelch erwähnt, 1600 noch zwei Leuchter aus Zinn, eine Kasel und ein Missale (11). Im Turmraum gibt es einen Grabstein für das Kind Moritz August Röbel, das am 22.1.1593 starb. Er ist etwa einen Meter hoch und zeigt die Wappen der Röbel und der Burgsdorff. Außerdem gelangte 1935 eine hölzerne Kanzelträgerfigur, ebenfalls etwa einen Meter hoch, ins Strausberger Heimatmuseum. Es handelte sich um einen Mose mit Gesetzestafeln, der ins 17. Jahrhundert datiert wurde. 1945 verliert sich die Spur dieser Figur. Aus dem Grundriss von 1856 könnte hervorgehen, dass sich in der Kirche ein Kanzelaltar befand. Wann genau dieser entstand (sicher erst gegen 1700), und ob der Kanzelträger mit dieser Kanzel in Zusammenhang zu bringen ist, muss jedoch offen bleiben.
Durch den Umbau ist der ursprüngliche Innenraum heute nur noch rudimentär erhalten. Als bedeutendstes mittelalterliches Ausstattungsstück kann der Taufstein gelten. Er ist 98 cm hoch, aus Kalkstein, und setzt sich zusammen aus einem quadratischem Sockel und einer siebenseitigen Kuppa (58 sm Durchmesser) (8). Hergestellt wurde er wohl im 15. Jahrhundert. In der Chorwand sitzt eine flachbogige Sakramentsnische. Auf dem Turm befand sich bis zum Jahre 1942 ein Geläut aus drei mittelalterlichen Glocken. In diesem Jahr mussten die beiden kleineren Glocken (70 cm und 74 cm) zu Kriegszwecken abgeliefert werden (9). Auf dem Turm hängt noch eine Glocke von 91 cm Durchmesser. Am Hals trät sie die Umschrift >>gloria in exelsis deo, ghegrutet sycs dv maria uns aller g…<< (Rest unleserlich) zwischen den Worten sind Lilien und Flechtknoten. Am Mantel befinden sich Medaillons mit Reliefs der Kreuzigung, eine Scheibe mit unleserlicher Majuskelinschrift und die Worte >>hylf got x.f.p.f. ut poncu (?) kune krummense<< (10).
1542 wurde nur ein Kelch erwähnt, 1600 noch zwei Leuchter aus Zinn, eine Kasel und ein Missale (11). Im Turmraum gibt es einen Grabstein für das Kind Moritz August Röbel, das am 22.1.1593 starb. Er ist etwa einen Meter hoch und zeigt die Wappen der Röbel und der Burgsdorff. Außerdem gelangte 1935 eine hölzerne Kanzelträgerfigur, ebenfalls etwa einen Meter hoch, ins Strausberger Heimatmuseum. Es handelte sich um einen Mose mit Gesetzestafeln, der ins 17. Jahrhundert datiert wurde. 1945 verliert sich die Spur dieser Figur. Aus dem Grundriss von 1856 könnte hervorgehen, dass sich in der Kirche ein Kanzelaltar befand. Wann genau dieser entstand (sicher erst gegen 1700), und ob der Kanzelträger mit dieser Kanzel in Zusammenhang zu bringen ist, muss jedoch offen bleiben.
Zusammenfassung
Die Kirche von Krummensee wurde im 13. Jahrhundert errichtet. Der Gründungsbau war ein längsgestreckter Saal mit geradem Chorschluss. Die Drei – Fenster – Gruppe entsprach dabei dem üblichen Erscheinungsbild eines Ostabschlusses. Über die seitlichen Fenster lassen sich keine Aussagen mehr machen.
Der Turm dagegen ist deutlich jünger. Die Eckquader aus Kalkstein und die Form des ebenfalls aus Kalkstein gearbeiteten Portals lassen eine Entstehung nicht vor dem 15. Jahrhundert vermuten. Ein weiterer Beleg für eine sehr spätere Entstehung ist die Tatsache, dass das Westportal zum Friedhof ebenerdig abschließt. Um in den Turmraum zu gelangen, muss man jedoch zwei Stufen hinabsteigen, während der Turmraum und Kirchenschiff auf gleicher Ebene liegen. Der Boden auf dem Friedhof rings um die Kirche war also bereits um diese zwei Stufen angewachsen, als der Turm errichtet wurde. Ein Baudatum in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts oder zu Beginn des 16. Jahrhunderts scheint daher angemessen. Auch die Taufe könnte in dieser Zeit angeschafft worden sein. Möglicherweise ist sie aber auch älter.
Die Tatsache, dass die Sakramentsnische mit Backsteinen ausgekleidet ist, könnte ebenfalls in den späten Zeitraum weisen, vor allem, wenn man in Rechnung stellt, dass mit dem Turmbau, sowie der Anschaffung der Glocken und des Taufsteins eine umfangreiche Neugestaltung der Kirche stattfand. Die erhaltene Glocke ist auf eine Stiftung der Krummensee’s zurückzuführen. Der Namen „Kuhn“ beziehungsweise „Kuno“ von Krummensee ist in mehreren Generationen seit der Mitte des 15. Jahrhunderts bezeugt. So taucht in einem Vertrag zwischen der Stadt Altlandberg und der Familie von Krummensee aus dem Jahre 1501 beispielsweise ein Kune auf, der zudem dem Dorf Krummensee zugeordnet wird (12). Wie alt er zu diesem Zeitpunkt
war, ist leider nicht zu erschließen, aber er könnte, bei einer Datierung der Glocke in die Zeit um 1500, durchaus der genannte Stifter sein. Der Grabstein weist darauf hin, dass Krummensee 1586 an die von Röbel gelangte.
Die Kirche von Krummensee wurde im 13. Jahrhundert errichtet. Der Gründungsbau war ein längsgestreckter Saal mit geradem Chorschluss. Die Drei – Fenster – Gruppe entsprach dabei dem üblichen Erscheinungsbild eines Ostabschlusses. Über die seitlichen Fenster lassen sich keine Aussagen mehr machen.
Der Turm dagegen ist deutlich jünger. Die Eckquader aus Kalkstein und die Form des ebenfalls aus Kalkstein gearbeiteten Portals lassen eine Entstehung nicht vor dem 15. Jahrhundert vermuten. Ein weiterer Beleg für eine sehr spätere Entstehung ist die Tatsache, dass das Westportal zum Friedhof ebenerdig abschließt. Um in den Turmraum zu gelangen, muss man jedoch zwei Stufen hinabsteigen, während der Turmraum und Kirchenschiff auf gleicher Ebene liegen. Der Boden auf dem Friedhof rings um die Kirche war also bereits um diese zwei Stufen angewachsen, als der Turm errichtet wurde. Ein Baudatum in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts oder zu Beginn des 16. Jahrhunderts scheint daher angemessen. Auch die Taufe könnte in dieser Zeit angeschafft worden sein. Möglicherweise ist sie aber auch älter.
Die Tatsache, dass die Sakramentsnische mit Backsteinen ausgekleidet ist, könnte ebenfalls in den späten Zeitraum weisen, vor allem, wenn man in Rechnung stellt, dass mit dem Turmbau, sowie der Anschaffung der Glocken und des Taufsteins eine umfangreiche Neugestaltung der Kirche stattfand. Die erhaltene Glocke ist auf eine Stiftung der Krummensee’s zurückzuführen. Der Namen „Kuhn“ beziehungsweise „Kuno“ von Krummensee ist in mehreren Generationen seit der Mitte des 15. Jahrhunderts bezeugt. So taucht in einem Vertrag zwischen der Stadt Altlandberg und der Familie von Krummensee aus dem Jahre 1501 beispielsweise ein Kune auf, der zudem dem Dorf Krummensee zugeordnet wird (12). Wie alt er zu diesem Zeitpunkt
war, ist leider nicht zu erschließen, aber er könnte, bei einer Datierung der Glocke in die Zeit um 1500, durchaus der genannte Stifter sein. Der Grabstein weist darauf hin, dass Krummensee 1586 an die von Röbel gelangte.
Quellenverzeichnis
(1) Vgl. Riedel, A X, S. 207.
(2) Vgl. Landbuch, S. 69,277,287.
(3) Vgl. Riedel, A XII S. 50. Ein gewölbter Keller der wahrscheinlich zu ihrem festen Haus gehörte, war noch bis in das 18. Jahrhundert an der Stelle des Burghofes erhalten, vgl. Pick, S. 458.
(4) Vgl. Riedel, A VIII, S. 420.
(5) Vgl. Herold, Visitation Barnim, Bl. 263.
(6) Grundriss von 1856 KD, S. 135.
(7) Vgl. KD, S. 135.
(8) Abb. In KD, S. 319.
(9) Sie stammten vermutlich aus dem 14./15. Jh. vgl. KD, S. 135.
(10) Abb. Eines Reliefs in KD, S. 319.
(11) Vgl. Herold, Visitation Barnim, Bl. 263.
(12) Vgl. Riedel, A XII, S. 60ff.
Kreisarchiv Barnim



