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aktuelles Amtsblatt Ausgabe Nr. 4/2012 vom 16.05.2012

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Über Tiefensee

Nr. 135 + 15.Juli 1013

Aus der Heimat - Halbmonatsschrift zur Pflege heimatlicher Interessen
Amtliches Organ der Vereinigung Brandenburgischer Museen

Herausgeber: Rudolf Schmidt, Eberswalde
Verlag: Eberswalder Verlagsbuchdruckerei W. Jancke, Eberswalder Zeitung

Tiefensee

Mit seiner reizvollen Umgebung ist seit vielen Jahren ein sehr beliebter Ausflugspunkt. Es gibt aber wohl kaum ein Gemeinwesen, das gesplitterter wäre als Tiefensee, denn wir unterscheiden: Eisenbahn – Haltestelle Tiefensee, die politisch zur Oberförsterei Eberswalde gehört – Tiefensee, Anteil Freudenberg, zur gleichnamigen Gemeinde gehörig – sowie zwei weiter Anteile Tiefensee, zu Gut und Gemeinde Leuenberg gehörig. Diese Zerrissenheit ist nicht etwa von je her gewesen, sondern Tiefensee war ursprünglich ein Dorf, das allerdings schon ziemlich früh wieder entvölkert wurde und dann ganz zerfiel. Wie es scheint, ist es eins jener Dörfer des Barnim gewesen, welche durch den Schwarzen Tod um das Jahr 1340 ihrer Bewohner beraubt wurde. Die Holzbauten zerfielen, und die Feldflur bedeckte sich mit Gestrüpp, weil niemand sich mehr darum kümmerte. Daher heißt es auch in Kaiser Karls IV. Landbuch vom Jahre 1375, daß von Typhensee – so wurde es damals geschrieben – der Umfang der Feldflur nicht mehr bekannt sein, weil es „seit alters nicht bebaut worden und stets wüst gelegen habe.“ Es gehörte der Familie von Sparr, welche zur Leistung der darauf bestehenden Vasallendienste verpflichtet sei. Dann heißt es weiter: „est ibi stagnum quod dicitur Godem non locatum.“ Es ist das die erste urkundliche Erwähnung des Gamensees, der damals nicht verpachtet war und auf dem die Fischerei ruhte.
Wenn von jetzt ab in der Geschichte einmal die Rede von Tiefensee ist, dann wird nur immer von dem „wüsten Feld Tiefensee“ gesprochen. Nach 1473 besaßen die Gebrüder Sparr „dat wuste felt mit aller Gerechtigkeyt thu Diepensee.“ Diesen ihren Anteil, wozu die Hälfte der Kienberger Heide gehört, verkauften die Sparrs im Jahre 1668 an den Oberpräsidenten von Schwerin, von welchem ihn im Jahre 1708 König Friedrich I. käuflich erwarb und zur „Königlichen Herrschaft Alt – Landberg“ (Amt Alt – Landsberg) schlug.
Den anderen Eigentumsanteil hatten die Sparrs um 1400 an die Besitzer von Steinbeck, die Familie Dobbricjow (Doberkow) abgetreten, denen im Jahre Jahre 1451 Frau Ebel von Arnim „ein halb schogk von der Dorfstätte zu Difensehe vor 5 schogk“ abkaufte. Mit dieser halben Feldmark „mit den wassern und Fischereien, Holzungen und allem rechte“ gab es am 18. März 1472 Kurfürst Albrecht Achilles den Gebrüdern von Pfuel zu Lehn, die bekanntlich Lehnsinhaber von Leuenberg waren. Als soches verblieb es nicht mehr bei den unmittelbaren Besitzungen der Familie von Eckardtstein, die Leuenberg seit 1795 besitzt – sondern wurde 1820 in Erbpacht ausgetan und 1847 für 18000 Taler an den Erbpachtbesitzer C. A. F. Fuhrmann verkauft.


Rudolf Schmidt - Kreisarchiv Barnim

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