Werneuchen in den 30`ziger Jahren
Von Ratsherr Fritz Zimmermann (Quelle nicht bekannt) [Aufgearbeitet von Burkhard Horn]
Das innere und äußere Gesicht Werneuchens ist in den letzten Jahren ein anderes geworden. Wenn früher schon an dieser Stelle gesagt wurde, dass das Leben in unserer Stadt jahrzehntelang stagnierte, so ist heute ein völliger Umschwung eingetreten. Um diesen Wandel ganz ermessen zu können, muss man sich immer wieder vergegenwärtigen, dass Werneuchen früher bei einer rückläufigen Einwohnerzahl von etwa 3000 etwa 400 ständige Arbeitslose hatte, die städtischen Finanzen völlig zerrüttet und die Schuldenlast unerträglich waren. Not, Hunger und Elend hatten bei der Mehrzahl der Volksgenossen Einzug gehalten.
Mit Genugtuung und offenen Blickes können nun alle nach rastlosen Schaffen Rechenschaft geben. Die städtische Verwaltung ist geordnet: Ehrlichkeit, Klarheit und Sauberkeit wurden die bestimmenden Elemente. Der Arbeitslosigkeit steht seit Jahren ein Mangel an Arbeitskräften auf allen Gebieten gegenüber. Die Steuereinnahmen haben sich seit 1932 verdoppelt. Eine nie geahnte Bautätigkeit setzte ein. Für die baufällig gewordene Schule wurde ein neues Schulhaus errichtet, Straßen wurden gepflastert und ein würdiger neuzeitlicher Stadtplatz geschaffen. Das Rathaus genügte nicht mehr den Anforderungen und befindet sich im Aus- und Umbau.
Das größte städtische Bauvorhaben war jedoch die Errichtung eines Wasserwerkes. Mit dem Bau einer nach neuesten technischen Erfahrungen errichteten Wasserversorgung hat die Stadt nunmehr endlich den Weg zu einer in unserer Zeit selbstverständlichen Hygiene beschritten. Gleichzeitig setzte die private Bautätigkeit ein. Privathäuser schossen aus der Erde und Wohnsiedlungen entstanden. Zur Zeit stehen 250 Wohnungen vor der Fertigstellung. Ein Projekt zum Bau von Volkswohnungen ist in Vorbereitung.
Als neues Wahrzeichen der Stadt entstanden zwei riesige Getreidesilos. Um den kulturellen Anforderungen der Einwohner, deren Zahl nunmehr 4000 beträgt, wenigstens etwas zu genügen, wurde erfreulicherweise von Privatseite ein Kino gebaut, das ebenfalls als das schönste und modernste in der näheren und weiteren Nachbarschaft anzusprechen sein dürfte.
Dies alles wurde aber im Schatten einer weit größeren Arbeit geschaffen, die zum großen Teil erst die Ausführung der oben erwähnten Vorhaben ermöglichte: Werneuchen wurde Fliegergarnison. In knapp 1 1/2 Jahren wurde ein Flughafen mit all den vielen Bauten und Anlagen buchstäblich aus der Erde gestampft. Ein lustiges Leben und Treiben setzte mit dem Einzug der Flieger in unserer Stadt ein; damit wurde der Anstoß zu einer erfreulichen Entwicklung des Werneuchener Geschäftsleben gegeben. Die Ansprüche konnten bald nicht mehr örtlich befriedigt werden, so dass im Frühjahr 1939 ein Wochenmarkt eröffnet wurde.
Aber nicht nur auf die Werneuchener Geschäftswelt sollte die Aufwärtsentwicklung beschränkt bleiben; auch für die vielen in Berlin tätigen Einwohner ging ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Werneuchen wurde an das Vorortsnetz Berlins angeschlossen und damit zunächst tarifmäßig der Vorortsverkehr eingeführt.
Wenn man so die Entwicklung seit 1933 überschaut, so mag der Abstand vielleicht noch zu gering sein, um die Einzelheiten richtig beurteilen zu können. Insbesondere muss hierbei auch berücksichtigt werden, dass sich alle Maßnahmen bisher noch nicht in vollem Umfang haben auswirken können. Wenn aber trotzdem mit Stolz festgestellt werden kann, dass - von der finanziellen Seite - trotz aller seit 1933 ausgeführter bzw. in Angriff genommener Arbeiten und Aufgaben die städtischen Schulden sich, wenn man das Wasserwerkdarlehen, dessen Amortisation in zehn Jahren aus den Tausenden Einnahmen sichergestellt ist, unberücksichtigt lässt, nicht vermehrt haben, sondern gegen den Stand von 1932 in Höhe von 280 000 RM (Reichsmark) auf 121 000 RM ermäßigt und außerdem etwa 33 000 RM Rücklagen für besondere Zwecke geschaffen werden konnten, so zeugt dies von der Umsicht und Geschicklichkeit des verantwortlichen Leiters der Stadt. Ihm gerade jetzt, wo er dem Rufe als Bürgermeister einer anderen Stadt (Küstrin) Folge leisten musste, zu danken, liegt im Sinne vieler Werneuchener und ist der Wunsch seiner ihm in Treue verbundenen langjährigen Mitarbeiter.
Das innere und äußere Gesicht Werneuchens ist in den letzten Jahren ein anderes geworden. Wenn früher schon an dieser Stelle gesagt wurde, dass das Leben in unserer Stadt jahrzehntelang stagnierte, so ist heute ein völliger Umschwung eingetreten. Um diesen Wandel ganz ermessen zu können, muss man sich immer wieder vergegenwärtigen, dass Werneuchen früher bei einer rückläufigen Einwohnerzahl von etwa 3000 etwa 400 ständige Arbeitslose hatte, die städtischen Finanzen völlig zerrüttet und die Schuldenlast unerträglich waren. Not, Hunger und Elend hatten bei der Mehrzahl der Volksgenossen Einzug gehalten.
Mit Genugtuung und offenen Blickes können nun alle nach rastlosen Schaffen Rechenschaft geben. Die städtische Verwaltung ist geordnet: Ehrlichkeit, Klarheit und Sauberkeit wurden die bestimmenden Elemente. Der Arbeitslosigkeit steht seit Jahren ein Mangel an Arbeitskräften auf allen Gebieten gegenüber. Die Steuereinnahmen haben sich seit 1932 verdoppelt. Eine nie geahnte Bautätigkeit setzte ein. Für die baufällig gewordene Schule wurde ein neues Schulhaus errichtet, Straßen wurden gepflastert und ein würdiger neuzeitlicher Stadtplatz geschaffen. Das Rathaus genügte nicht mehr den Anforderungen und befindet sich im Aus- und Umbau.
Das größte städtische Bauvorhaben war jedoch die Errichtung eines Wasserwerkes. Mit dem Bau einer nach neuesten technischen Erfahrungen errichteten Wasserversorgung hat die Stadt nunmehr endlich den Weg zu einer in unserer Zeit selbstverständlichen Hygiene beschritten. Gleichzeitig setzte die private Bautätigkeit ein. Privathäuser schossen aus der Erde und Wohnsiedlungen entstanden. Zur Zeit stehen 250 Wohnungen vor der Fertigstellung. Ein Projekt zum Bau von Volkswohnungen ist in Vorbereitung.
Als neues Wahrzeichen der Stadt entstanden zwei riesige Getreidesilos. Um den kulturellen Anforderungen der Einwohner, deren Zahl nunmehr 4000 beträgt, wenigstens etwas zu genügen, wurde erfreulicherweise von Privatseite ein Kino gebaut, das ebenfalls als das schönste und modernste in der näheren und weiteren Nachbarschaft anzusprechen sein dürfte.
Dies alles wurde aber im Schatten einer weit größeren Arbeit geschaffen, die zum großen Teil erst die Ausführung der oben erwähnten Vorhaben ermöglichte: Werneuchen wurde Fliegergarnison. In knapp 1 1/2 Jahren wurde ein Flughafen mit all den vielen Bauten und Anlagen buchstäblich aus der Erde gestampft. Ein lustiges Leben und Treiben setzte mit dem Einzug der Flieger in unserer Stadt ein; damit wurde der Anstoß zu einer erfreulichen Entwicklung des Werneuchener Geschäftsleben gegeben. Die Ansprüche konnten bald nicht mehr örtlich befriedigt werden, so dass im Frühjahr 1939 ein Wochenmarkt eröffnet wurde.
Aber nicht nur auf die Werneuchener Geschäftswelt sollte die Aufwärtsentwicklung beschränkt bleiben; auch für die vielen in Berlin tätigen Einwohner ging ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Werneuchen wurde an das Vorortsnetz Berlins angeschlossen und damit zunächst tarifmäßig der Vorortsverkehr eingeführt.
Wenn man so die Entwicklung seit 1933 überschaut, so mag der Abstand vielleicht noch zu gering sein, um die Einzelheiten richtig beurteilen zu können. Insbesondere muss hierbei auch berücksichtigt werden, dass sich alle Maßnahmen bisher noch nicht in vollem Umfang haben auswirken können. Wenn aber trotzdem mit Stolz festgestellt werden kann, dass - von der finanziellen Seite - trotz aller seit 1933 ausgeführter bzw. in Angriff genommener Arbeiten und Aufgaben die städtischen Schulden sich, wenn man das Wasserwerkdarlehen, dessen Amortisation in zehn Jahren aus den Tausenden Einnahmen sichergestellt ist, unberücksichtigt lässt, nicht vermehrt haben, sondern gegen den Stand von 1932 in Höhe von 280 000 RM (Reichsmark) auf 121 000 RM ermäßigt und außerdem etwa 33 000 RM Rücklagen für besondere Zwecke geschaffen werden konnten, so zeugt dies von der Umsicht und Geschicklichkeit des verantwortlichen Leiters der Stadt. Ihm gerade jetzt, wo er dem Rufe als Bürgermeister einer anderen Stadt (Küstrin) Folge leisten musste, zu danken, liegt im Sinne vieler Werneuchener und ist der Wunsch seiner ihm in Treue verbundenen langjährigen Mitarbeiter.



