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Ausgabe Nr. 8/2010
vom 18.08.2010

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Dziwnów

Wappen der Partnerstadt Dziwnów in Polen


Seit 1996 besteht zwischen der Stadt Dziwnów (Stadtrecht seit 01.01.2004) und der Stadt Werneuchen eine Partnerschaft.


Lage:

Die Stadt Dziwnów liegt im nordwestlichen Teil der Wojewodschaft Westpommern. Ihre Lage zwischen Ostsee, dem Kamiensker Seengebiet und dem Mündungsarm der Oder Dziwna ist für Urlauber sehr attraktiv. Begünstigt wird dies durch ein mildes Klima mit geringen Temperaturschwankungen im Jahresdurchschnitt, vielen Sonnentagen und kurzen Wintern mit wenig Schnee.


Allgemeines:

Dziwnów hat rund 4.200 Einwohner, die auf einer Fläche von 3.790 ha leben. Die Stadt besteht aus 5 Ortsteilen: Dem Hauptort Dziwnów sowie den Orten Dziwnówek, Lukecin, Miedzywodzie und Dziwna. Die Finanzlage der Stadt ist positiv, entwickelt sich dynamisch und ist von vielen Investitionen geprägt. Dabei standen und stehen der Ausbau der Infrastruktur, die Zentrale Abwasserbeseitigung, der Anschluss an des Gasnetz, der Bau einer neuen Sporthalle sowie die Modernisierung der innerstädtischen Straßen und Fußgängerpassagen im Mittelpunkt. Vieles wurde in kürzester Zeit in die Realität umgesetzt.


Mitgliedschaften:

Im Rahmen der Landeszusammenarbeit ist Dziwnów Mitglied des Gemeindebundes der Insel Wolin, eines Bundes der Seestädte und Seegemeinden und der Kommunalgemeinschaft Europaregion „POMERANIA“. Sie ist auch Teilnehmer am polnisch – deutschen Programm „Strukturelle Konzeption der Inseln Usedom und Wolin“.


Tourismus:

In den 5 Ortsteilen werden die Standards in den Erholungsobjekten von Jahr zu Jahr verbessert. Dabei orientieren sich viele private Hotels und Pensionen an italienische und spanische Maßstäbe. Jedoch sind auch Zelt- und Campingplätze vorhanden. Insgesamt gibt es hier 60.000 Übernachtungsplätze. Badeurlauber finden hier saubere Strände vor, für Angler und Wassersportler gibt es am Fluss und in der Ostsee beste Voraussetzungen. So sind die Möglichkeiten für Segeln, Windsurfing oder Paddeln gegeben. Wellenbrecher bieten für Jachten und Segelbote im Hafen einen guten Schutz. Aber auch ein Golfplatz, eine Turnhalle nach olympischen Normen gebaut und Reiterhöfe bieten dem sportinteressierten Urlauben eine breites Betätigungsfeld. Die Wälder und Wasserflächen sind Heimstätte für viele Tierarten und bilden hautnah zu erlebende und reizvolle Biotope. Nähere Informationen hierzu erhält man direkt auf der Internetseite www.dziwnow.pl oder beim touristischen Auskunftsbüro [Tel. (0-91) 39 13 562] und E-Mail: ug@dziwnow.pl.


Gesundheit:

Das spezifische Mikroklima bietet besonders für Menschen mit Atembeschwerden gute Erholungsmöglichkeiten. Entsprechende Rehabilitationszentren sind vorhanden. Gleiches gibt es auch für Behinderte und Menschen mit Bewegungsbeschwerden. Selbst für Rollstuhlpatienten gibt es Fahrwege bis an den Strand.


Geschichte:

Die Ortschaft Dziwnów liegt am westlichen Ende der Mierzenja Dziwnowska an der Ostsee und der Dziwna Enge.

Im frühen Mittelalter führte hier der wichtigste Handelsweg zwischen der Ostsee und Szczecin über einen der drei Mündungsarme der Oder entlang.

Die erste Chronikerwähnung stammt aus dem Jahre 1243 und betrifft das Privileg, Ausgegeben von Barnim dem I., das den Szczeciner Kaufmännern eine Zollermäßigung für Waren, die mit Schiffen von Szczecin noch Kolobbrzeg gebracht wurden, galt. Damals wurde der Name noch „Diuenow“ geschrieben. Es ist nicht bekannt, wie Dziwnów entstand. Vor 1274 kommt der Name „Dyvenov“ auf und bedeutet soviel wie: Der Fluss der von Szczecin zur Ostsee fließt. Der Name leitet sich ab von „div“ – „dziki“ und umschreibt einen unregulierten Fluss mit wildem Gebüsch oder wildem Wasserstrom. Später wurde der Name deutsch gesprochen – Divenow. Im 13. Jahrhundert verlor Dziwna seine Handelsbedeutung wegen zunehmender Versandung. Um 1780 entstand die Siedlung aus vier Fischerhütten neu. Sie gehörte zu klein Divenow, heute Dziwnówek. Bis zum 19. Jahrhundert blieb Dziwnów eine einfache Fischersiedlung und die einstigen selbständigen Orte Berg Divenow und Ost Divenow wuchsen zusammen. Die Einwohner beschäftigten sich zunehmen auch mit der Bearbeitung von Bernstein.

Seit 1828 entwickelten sich die Orte Berg Divenow und Ost Divenow zunehmend als Badeorte. Zunächst wohnten die Feriengäste bei den heimischen Fischern, aber schon 1844 baute man das erste Ferienhaus. 1867 betrug ihre Zahl schon 31. 1870 zählte Dziwnów 171 Einwohner. Am Ende des 19. Jahrhunderts Entdeckte man Salz- Jod und Bromquellen. Daraufhin entstanden 1886 eine Salzanlage und ein Sanatorium. Zischen den Weltkriegen war ein Sanatorium eröffnet, es bildete später bis zum Ende des 2. Weltkrieges ein Heil- und Untersuchungszentrum.

Die Entwicklung Dziwnów’s als Badeort trug insgesamt zur Weiterentwicklung bei. 1888 gab es 27 Fischerhäuser. Diese waren nicht mehr mit den Fischerhütten von 1780 zu vergleichen. Die Wände aus Lehm und die Dächer mit Schilfrohr bedeckt, befanden sie sich nur auf einer Seite der Dorfstraße. Die Entwicklung des Kurortes ermöglichte die Entstehung von Pensionen und Hotels, die ihren Besitzern große Gewinne einbrachten, und so zur wirtschaftlichen Belebung des Ortes beitrugen. Zunehmend entstanden nun auch gemauerte Häuser. Bis 1918 baute man 50 und zwischen 1918 und 1944 300 neue Gebäude. Das Straßennetz wurde ebenfalls erweitert. Wie ganz Pommern gehörte Dziwnów seit 1815 zur preußischen Monarchie.

Aufgrund der wachsenden Bedeutung der Fischerei, entwickelte sich ein Fischereihafen. Hier fanden vor dem 2. Weltkrieg 50 Schiffe Platz. Leider wurden die guten Voraussetzungen nicht voll ausgenutzt und so blieb es im Wesentlichen bei kleinen Privatbetrieben – eine Fischereiindustrie wurde nicht aufgebaut. So entstanden neben der Kur- und Heilbranche keine wirtschaftlichen Stanbeine. Auch das Handwerk war nur mäßig entwickelt.

Westpommern, und damit auch Dziwnów, gehörten zu den stärksten nationalsozialistischen Kreisen des II. Reiches. In Vorbereitung der Angriffspläne gegen Polen, bildete Westpommern eine stark militarisierte Zone als Basis für den Krieg. In der letzten Kriegsphase befanden sich viele militärische Objekte auf der Insel Wolin. In Dziwnów befand sich ein Luftwaffenzentrum. Hier erfolgte auch die Ausbildung von Piloten. In den ersten Kriegsjahren gab es keine gravierenden Veränderungen, weder politisch noch wirtschaftlich. Die Kriegshandlungen zu Beginn des Jahres 1945 führten zur Flucht und Evakuierung der deutschen Zivilbevölkerung.

Seit 1945 begann die Neuorganisierung des sozialen Lebens und am 19. Oktober 1946 wurde in Dziwnów ein neuer Gemeinderat gebildet. Es Begann die Organisation der Staatskurorte und der Wiederaufbau der zerstörten Erholungsheime.1947 wohnten in Dziwnów nun 512 Polen und 8 Deutsche. Nach dem 2. Weltkrieg entwickelte sich, wie in vielen anderen Orten ebenfalls, ein Erholungszentrum. Die Einwohnerzahl entwickelte sich bis 1960 auf 1601 Einwohner und 1980 waren es bereits 2996. Heute befindet sich in Dziwnów der Verwaltungssitz von 5 Ortsteilen.

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