Standortstudie zu Möglichkeiten der gewerblichen Flächenentwicklung im OT Seefeld der Stadt Werneuchen
Standortstudie wurde am 12. Mai 2026 beschlossen
Mit der vorliegenden Standortstudie hat die Stadt Werneuchen die Möglichkeiten einer gewerblichen Entwicklung am Standort Werneuchen OT Seefeld eingehend untersucht und Empfehlungen für gewerbliche Ansiedlungen erarbeitet.
Die Stadt Werneuchen ist Teil der 2019 im Landesentwicklungsplan Hauptstadtregion Berlin Brandenburg (LEP HR) neu ausgewiesenen Entwicklungsachse Ahrensfelde - Werneuchen, die sich entlang der Bundesstraße B 158 und der Bahnlinie der RB 25 von der Hauptstadt aus bis nach Werneuchen erstreckt.
Die Regionalplanung konkretisiert die Ausweisungen des LEP HR und hält im integrierten Regionalplan Uckermark-Barnim (2024) u.a. Vorbehaltsgebiete für regional bedeutsame Gewerbegebiete fest. Es wird davon ausgegangen, dass auf Basis der anhaltend hohen Nachfrage nach Gewerbeflächen unterschiedlicher Größe sowie der Verdrängung von produzierenden und Handwerksunternehmen aus Berlin heraus in das Umland künftig gewerbliche Flächenbedarfe zu befriedigen sind.
Die Stadt will dabei die über den örtlichen Bedarf hinausgehenden Entwicklungschancen in den Bereichen Gewerbe, Wohnen sowie weiterer Daseinsvorsorge nutzen. Im Verfahren wurden Bedenken, Erfahrungen und Hinweise der Einwohner aufgenommen und abgewogen, um eine möglichst breite Akzeptanz für die geplante Entwicklung zu erreichen. Im Ergebnis gab es eine deutliche Flächenreduzierung sowie den Ausschluss bestimmter Nutzungen, bspw. für reine Logistikunternehmen.
Der bestehende Gewerbepark Seefeld zwischen der Blumberger Chaussee und den Bahngleisen im Ortsteil Seefeld ist Ausgangspunkt für den größten Industrie- und Gewerbestandort auf der Entwicklungsachse Ahrensfelde – Werneuchen. Das Konzept sieht südlich des bestehenden Gewerbeparks auf der Fläche zwischen den Bahngleisen und der Tanklagerstraße die Entwicklung einer Gewerbe- und Mischgebietsfläche vor, südlich der Tanklagerstraße ergibt sich ein nachrangiges Potenzial für eine Gewerbefläche, die den Lückenschluss zum Tanklager herstellt.
Für die Vermarktung stellen neben der räumlichen Nähe zu Berlin die in den letzten Jahren dynamisch verlaufene Entwicklung sowie die bestehenden Energieinfrastrukturen günstige Rahmenbedingungen dar. Das Umfeld des Untersuchungsgebiets bzw. der Standort selbst bieten verschiedene Voraussetzungen, welche die Speicherung, Umwandlung und Bündelung erneuerbarer Energie voranbringen können.
Mit dem Standortkonzept wurden drei Entwicklungsvarianten erarbeitet. Im Ergebnis des Abstimmungsprozesses stellte sich die Variante II als Vorzugsvariante für die Flächenentwicklung heraus, welche ein „Misch- und Gewerbegebiet mit Pufferzone“ präferiert. Hier soll sich straßenbegleitend entlang der Krummenseer Chaussee ein Wohngebiet abgelöst von einem Mischgebiet mit Kleinstgewerbe und nichtstörendem Gewerbe entwickeln. Westlich angrenzend bildet eine Pufferzone, die eine park- bis waldartige Struktur erhalten soll, den Übergang zu Gewerbeflächen nördlich der Tanklagerstraße. Südlich dieser Verkehrsachse ist in größerem Abstand zu den vorhandenen Wohnnutzungen die Ausweisung als Industrie- und Gewerbegebiet vorgesehen. In Summe ergibt sich eine Neuausweisung von max. 53 ha.
Aus verkehrlicher Sicht ist eine Begrenzung der Flächeninanspruchnahme geboten, da diese mit zusätzlichen Belastungen der Knotenpunkte auf der B 158 verbunden ist.
Aus der Vorzugsvariante leiten sich folgende Planungsziele der Stadt Werneuchen ab:
- Schaffung von Gewerbe- und Industrieflächen unterschiedlicher Größe
- verträgliche Einbindung: Planung begrünter Pufferzone; begrenzte und abgestufte Gebäudehöhe
- flexible und nachfragegerechte Schritt-für-Schritt-Entwicklung
- Schaffung attraktiver Arbeitsplätze
- Erreichbarkeit durch privaten und öffentlichen Verkehr
- Berücksichtigung von Aspekten nachhaltiger Entwicklung (Hitzevermeidung, Regenspeicherung, nachhaltige Energieversorgung etc.)
Auskunft zur Standortstudie und zu den Gewerbeflächen am Standort Seefeld erhalten interessierte Gewerbetreibende und Investoren im Amt 2 (Fr. Grabsch) und im Sachgebiet Bauwesen (Fr. Hupfer).
Werneuchen, den 18.06.2026
Silke Hupfer
