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Stadtrundgang Werneuchen

ALLGEMEINE HINWEISE
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Länge: ca. 3,5 km
Dauer: ca. 2 h
Ausgangspunkt unseres Rundganges ist der Bahnhofsvorplatz von Werneuchen, von wo aus Sie ggf. mit der Regionalbahn oder dem Bus angekommen sind, bzw. wo Sie z. B. bei Anreise mit dem Auto viele Parkmöglichkeiten finden können.
Da es sich um einen Rundweg handelt, ist natürlich auch ein anderer Einstieg möglich.
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Charakter/Beschaffenheit
Straßenpflaster auf nahezu der gesamten Wegstrecke.
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Höhenunterschiede
Es gibt keine nennenswerten Höhenunterschiede.
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WEGBESCHREIBUNG (Karte siehe unten):
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1. Bahnhof Werneuchen
Die Bahnverbindung Berlin – Werneuchen ist der verbliebene Teil der früheren „Wriezener Bahn“, die bereits 1898 ihrer Bestimmung übergeben wurde. Ursprünglich verlief die Strecke von Berlin (Wriezener Bahnhof) über Werneuchen, Tiefensee nach Wriezen, von wo aus eine Weiterfahrt nach Angermünde, Eberswalde, Frankfurt (Oder) bis nach Königsberg (Chojna) möglich war.
Heute verbindet sie Werneuchen mit der in Ahrensfelde endenden Berliner S-Bahn und S-Bahn-Anschlüssen in Berlin Ostkreuz (RB 25).
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2. Villa Beiersdorfer Str. 1
Vom Bahnhofsvorplatz aus gehen wir entlang der Alten Bahnhofstraße bis wir rechter Hand auf die Beiersdorfer Straße treffen. Vor uns steht eine in hellgelb gehaltene, mit Fachwerk ausgestattete Villa des früheren Mühlengroßgrundbesitzers und Bürgermeisters Lehmann, der gegen 1920 mit seiner Familie nach Namibia ausgewandert sein soll. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde das Kellergeschoss zu einem Luftschutzkeller ausgebaut. Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Haus von der Stadt Werneuchen übernommen und u. a. bis zu Beginn1990 als Kinderkrippe, danach als Arztpraxis und Bibliothek genutzt. Seit Januar 2000 ist die Villa in Privatbesitz und wurde aufwendig saniert.
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3. Paddenpfuhl und Ehrenmal
Weiter geht es längs der Alten Bahnhofstraße in Richtung Poststraße. Nach ca. 100 m erreichen wir linksseitig den Paddenpfuhl. Unmittelbar daneben steht das heutige Ehrenmal für die Helden des antifaschistischen Widerstandskampfes (FIR - Fédération Internationale des Résistants).
Man erzählt sich, dass der Paddenpfuhl früher von einem Werneuchener für die Karpfenzucht genutzt worden sei und er sich daraus seinen „Sonntags-Karpfen“ gefangen haben soll. Heute dient der einst auch als Stadt-See oder Stadtpfuhl benannte Teich als Auffanggewässer zur Regenentwässerung aus der Werneuchener Altstadt einschl. Poststraße mit einem Überlaufsystem in das Stienitz-Fließ.
Das heutige Ehrenmal für die Helden des antifaschistischen Widerstandskampfes war ursprünglich ein Kriegerdenkmal für die Gefallenen der Feldzüge 1813, 1864, 1866, 1870/71 sowie des 1. Weltkrieges. 1950 wurde es auf Geheiß des damaligen Bürgermeisters umgewidmet und erinnert seitdem an die Opfer der Nazi-Zeit.
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4. Ehemaliges Postgebäude
Gegenüber dem Paddenpfuhl an der Ecke Poststraße / Straße Altstadt sehen wir schon das bereits im Jahr 1910 als kaiserliches Post- und Telegrafenamt genutzte Postgebäude. Das 1905 in Backsteinoptik errichtete Bauwerk wird jedoch seit mehreren Jahren nicht mehr als Post genutzt und ist heute in Privatbesitz.
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5. Wohnhaus in der Altstadt 9
Nun wandern wir die Straße Altstadt entlang, bis wir auf der rechten Seite neben der Busstation das Gebäude mit der Hausnummer 9 erreichen. Etwa an dieser Stelle befand sich 1806 ein für diese Zeit typisches, strohgedecktes Fachwerkhaus. Es diente damals als Ausspannstation für Pferdefuhrwerke und verfügte zudem über Beherbergungsmöglichkeiten.
Königin Louise, Ehefrau von Friedrich Wilhelm III, soll hier wegen eines Radschadens an ihrer Kutsche einen Zwangsaufenthalt eingelegt haben. Sie war nach der verlorenen Schlacht bei Jena und Auerstedt auf der Flucht in Richtung Königsberg. Der in ihrem Zimmer sie wärmende Majolika-Kachelofen soll in den 70-iger Jahren in dem Berliner Restaurant „Zur letzten Instanz“ in Teilen wieder aufgebaut worden und zu bewundern sein.
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6. Diakoniezentrum Werneuchen
Weiter geht es entlang der Straße Altstadt. Mitten im Zentrum gelegen, befindet sich das Diakoniezentrum Werneuchen. Hier ermöglicht die Hofnungstaler Stiftung Lobetal in einem 2007 errichteten Neubau älteren Menschen ein weitgehend selbstbestimmtes Wohnen und Leben im Alter auf der Basis des Hausgemeinschaftsmodells. Seine zentrale Lage in direkter Umgebung von Einkaufsmöglichkeiten, des Marktplatzes so wie der evangelischen Pfarrkirche St. Michael, verhelfen dem Diakoniezentrum zu einer der ersten Adressen im Bereich der Alten- bzw. Pflegeheime in der Region.
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7. Otto von Arnim und die Wröh
Wir laufen nun in Richtung Breite Straße und erreichen nach ca. 50 m den Vorplatz zur evangelischen Pfarrkirche St. Michael. Östlich der Kirche finden wir den Granit-Gedenkstein für Leutnant Otto von Arnim. Hier wurde der erste im Befreiungskampf gegen Napoleon gefallene Offizier beigesetzt. Vom Gedenkstein aus stößt man auf dem Kirchplatz auf eine unter Naturschutz stehende Linde. Ungefähr an dieser Stelle wurde in regelmäßigen Abständen, etwa ab 1795, die sogenannte „Wröh“ abgehalten, eine Art Schiedsgericht, vor allem für Feldbestellungs- und Flurstreitigkeiten.
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8. Evangelische Stadtpfarrkirche St. Michael
Wenden wir uns nun der Stadtpfarrkirche St. Michael zu. Die Entstehung der Kirche geht bis in das Jahr 1247 zurück. Die Chronik berichtet über mehrmalige Zerstörungen durch Brände und kriegerische Einwirkungen, in deren Folge sie wiederholt um- oder aus- bzw. neugebaut wurde. Die heutige, im neugotischen Stil errichtete Stadtkirche wurde in den Jahren 1873/74 nach den Plänen von Robert Thiem erbaut und ist im Wesentlichen in ihrer ursprünglichen Form erhalten. Neu gebaut – so wird berichtet – wurden Kirchen-Schiff und Kirchturm, für die aus dem Abriss vorhandenen Feldsteine sowie Backsteine verwendet wurden. Das Chor blieb weitgehend unverändert. Ein Blick in das Kircheninnere ist ebenfalls lohnenswert.
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9. Mausoleum, Familie Petitjean und Gründung der Poststation
Hinter der evangelischen Pfarrkirche St. Michael befindet sich ein im klassizistischen Stil erbautes Mausoleum. Hier ruht die hugenotische Familie Petitjean, die wesentlichen Anteil daran hatte, Werneuchen im 19. Jhdt. zu einer der größten preußisch-brandenburgischen Poststationen zu entwickeln. Überlieferungen zufolge sollen um die 200 Umspannpferde je Tag für Postzwecke (Postwagen und berittene Post) bereitgestellt worden sein.
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10. Pfarrer Schmidt und das Pfarrhaus
Links vom Mausoleum stoßen wir auf das Grabmal des Pfarrers Friedrich Wilhelm August Schmidt, auch als Dichterpfarrer Schmidt in die Geschichte eingegangen. Seine in der damaligen Schriftstellerschaft nicht immer unumstrittenen Gedichte waren vor allem seiner geliebten Henriette aber auch der Schönheit des Landlebens gewidmet. Heute erinnern ein gusseisernes Kreuz mit der Inschrift
„F. W. A. Schmidt, Prediger zu Werneuchen-Freudenberg, Träger des rothen Adler Ordens 4ter Klasse, geboren am 23. März 1764, gestorben am 26. April 1838“
und eine nach ihm benannte Werneuchener Straße an den wohl bekanntesten Werneuchener. Neben dem Grabmal, in der vom Kirchplatz abzweigenden Schulstraße, stand bis Sommer 1929 das 1737/38 erbaute Pfarrhaus, in dem auch Pfarrer Schmidt wohnte. Das heutige zweistöckige Pfarrhaus wurde wenige Meter entfernt vom alten Gebäude errichtet. Es dient neben Wohnzwecken zugleich als Pfarramt St. Michael Werneuchen.
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11. Heimatstube
Weiter geht es entlang der Schulstraße bis zum Stadtgemeinschaftshaus mit der Hausnummer 1. In dem ehemaligen Schulgebäude Werneuchens ist die Heimatstube untergebracht. Hier findet man eine Vielzahl interessanter Exponate, die uns mit Werneuchens Historie näher vertraut machen.
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12. Gutshaus (Schloss) Werneuchen
Wir laufen nun weiter entlang der Schulstraße und biegen links in die Berliner Allee (B 158) ein. Auf der rechten Seite befindet sich das Gutshaus (Schloss) Werneuchen, ein 1913/14 im Renaissance-Stil errichteter Bau. Ursprünglich durch Ihre Besitzer Hans und Frieda Müller als Landgut bewirtschaftet, wurde es nach 1945 u.a. zu Wohnzwecken und als Schule genutzt. Heute befindet sich das Gutshaus in Privatbesitz. Vor etlichen Jahren wurden Dach und Fassade u. a. mit Fördermitteln restauriert. Über die künftige Nutzung ist derzeit nichts bekannt.
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13. Adlersaal und Pfarrer-Schmidt-Ausstellung
Gegenüber vom Gutshaus befindet sich das Werneuchener Kulturhaus, der Adlersaal. Er wurde im Jahr 2016 komplett renoviert und bietet heute den Werneuchenern und ihren Gästen vielfältige Möglichkeiten für Kultur und Bildung. Zum 250. Geburtstag des Dichterpfarrers wurde 2014 eine Ausstellung zum Leben, Wirken und Werk Schmidts ins Leben gerufen. Im Sommer 2016 zog die Ausstellung an seinen endgültigen Bestimmungsort im Adlersaal, 1. OG. Seither ist die Stadt bestrebt ein Dokumentationszentrum und Werkverzeichnis aufzubauen, sodass neben Interessierten auch Forschende über Schmidt und seine Zeit hier fündig werden und auch Werneuchen besuchen können.
Der Besuch der Ausstellung ist kostenfrei, für einen Besuch der Ausstellung ist eine telefonische Voranmeldung im Stadthaus empfehlenswert (Touristinformation Werneuchen, 033398/816 10).
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14. Marktplatz
Weiter geht es entlang der Berliner Allee bis zur Fußgängerampel. Auf der linken Seite erstreckt sich das unter Denkmalschutz stehende, teilrestaurierte Ensemble des Werneuchener Marktplatzes u. a. mit dem Stadthaus und einem um 1740 erbauten Fachwerkhaus. Markttage sind dienstags und freitags.
Alljährlich finden hier verschiedene Veranstaltungen statt, u. a. am 11. Nov. 11:11 Uhr die Rathauserstürmung durch den ortsansässigen Karnevalsverein.
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15. Stadthaus und Touristinformation
Das ehemalige Rathaus, heutige Stadthaus stammt aus dem Jahr 1924, nachdem das Grundstück und das bereits 1897 erbaute Gebäude angekauft worden waren. In historischer Backsteinoptik errichtet, wurde 2010 damit begonnen, die Fassade zu restaurieren. Die Arbeiten sind inzwischen abgeschlossen. Im Erdgeschoss des Stadthauses befindet sich die Touristinformation. Hier erhalten Sie Informationen und Materialien zu touristischen Fragen sowie ein kleines Sortiment an Werneuchener Souvenirs.
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16. Katholische Kirche St. Joseph
Am Ende des Marktplatzes biegen wir nun rechts in die Straße Altstadt ein, laufen bis zum ehemaligen Postgebäude und nutzen links die Poststraße. Auf der rechten Seite treffen wir auf die Pastor-Schmidt-Straße, von der wir rechts in die Lamprechtstraße einschwenken. Auf der linken Seite wird dann ein kleines, unscheinbares Gebäude sichtbar, die katholische Kirche St. Joseph. In Bauhausstil-Optik 1932 errichtet, erhielt die heute unter Denkmalschutz stehende Kirche 1943 ihre Konsekration. Von 1943 bis 1959 war Erich Klawitter Pfarrer dieser Kirchengemeinde. Bekannt wurde er vor allem durch seine „Lebensordnung der katholischen Jugend“, die 1936 von der Fuldaer Bischofskonferenz als Richtlinie für die Jugendseelsorge in Deutschland verbindlich erklärt wurde.
Nach ihm ist auch eine Straße in der Werneuchener Rosenpark-Siedlung benannt worden.
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17. Stadtpark / alter Friedhof
Angrenzend an das Gelände der katholischen Kirche erstreckt sich der heutige Stadtpark Werneuchens. Ursprünglich befand sich hier ein Friedhof, der 1860 eingerichtet worden war. Reste der Friedhofsmauer sind noch an der Begrenzung zwischen Kirchengelände und Stadtpark zu erkennen. Wir überqueren nun den Stadtpark in Richtung Alte Bahnhofstraße und laufen zum Bahnhof, die Endstation des Stadtrundganges.
